Biografie

Habib Omars Abstammungslinie

Al-Habib Omar ist der Sohn (arab. „ibn”) von Muhammad ibn Salim ibn Hafiz ibn Abdallah ibn Abi Bakr ibn Aidarous ibn al-Hussain ibn al-Sheikh Abi Bakr ibn Salim ibn Abdallah ibn Abd-al-Rahman ibn Abdallah ibn al-Sheikh Abd-al-Rahman al-Saqqaf ibn Muhammad Maula al-Dawiela ibn Ali ibn Alawi ibn al-Faqih al-Muqaddam Muhammad ibn Ali ibn Muhammad Sahib al-Mirbat ibn Ali Khali‘ Qassam ibn Alawi ibn Muhammad ibn Alawi ibn Ubaidallah ibn al-Imam al-Muhajir für Allah Ahmad ibn Isa ibn Muhammad ibn Ali al-Uraidi ibn Jafar al-Sadiq ibn Muhammad al-Baqir ibn Ali Zain al-Abidin ibn Hussain, dem Enkel des Propheten, ibn Ali ibn Abu Talib dem Cousin und Schwiegersohn des Propheten und seiner Frau Fatima al-Zahra der Tochter des Propheten Muhammad, Segen und Frieden seien mit ihm und seiner Familie.

Habib Omars Studien verschiedener islamwissenschaftlicher Bereiche

Seine Studien umfassten u.a. folgende Bereiche des Heiligen Gesetzes (Scharia): Koran, Aussagen des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) (Hadith), Rechtslehre (Fiqh), Glaubenslehre (Tawhid), Fundament des Heiligen Gesetzes (Usul al-Fiqh), sowie verschiedene Disziplinen der arabischen Sprache. Von den Gelehrten des jemenitischen Hadramaut erhielt er das Wissen über den Weg der Spiritualität. Dabei gehörten zu seinen wichtigsten Lehrern sein eigener Vater, al-Habib Muhammad bin Salim, der Mufti von Tarim, sowie al-Habib Muhammad bin Alawi bin Shihab al-Din, al-Habib Ahmad bin Ali Ibn al-Scheich Abu Bakr, al-Habib Abdullah bin Scheich al-Aidarous, der Historiker und angesehene Gelehrte al-Habib Abdullah bin Hassan Bil-Faqih, der Historiker und Linguist al-Habib Umar bin Alawi al-Kaf, al-Habib Ahmad bin Hassan al-Haddad, Habib Omars älterer Bruder Habib Ali al-Mashur, al-Habib Salim bin Abdullah al-Shatiri, der Scheich und Mufti Fadl bin Abdul-Rahman Ba-Fadl und Scheich Tawfiq Aman.

Im Alter von 15 Jahren begann Habib Omar damit, den Islam zu lehren und die Menschen zu Allah einzuladen, wobei er aber auch weiterhin seinen eigenen Studien nachging.

Habib Omars Auswanderung nach Al-Bayda

Als die Situation wegen des unberechenbaren kommunistischen Regimes im Südjemen für Habib Omar immer schwieriger und gefährlicher wurde, immigrierte er im Jahre 1402 nach der Hidschra, sprich im Dezember 1981, in die im Norden des Jemen gelegene Stadt Al-Bayda. Mit Beharrlichkeit setzte er seine bereits in Tarim begonnen Studien fort und begann nun auch hier, die Menschen zu Allah einzuladen. In Al-Bayda erwarb Habib Omar Wissen vom Imam al-Habib Muhammad bin Abdullah al-Haddar sowie vom hohen Gelehrten al-Habib Zain bin Ibrahim Bin Sumait. Habib Omar brannte in Erwartung darauf, Unterrichte und Versammlungen des Wissens zu etablieren. Als beständiger Aufrufer zu Allah bereiste er die Gegend rund um Al-Bayda, al-Hudaydah und Ta’iz. Ta’iz wurde dabei zu einem Ort, den er häufiger besuchte, da er hier Wissen von einem großen Islamgelehrten erwerben konnte, nämlich von al-Habib Ibrahim bin Umar bin Aqil, dem bekannten Referenten von Hadithen mit ununterbrochener Überlieferkette.

Immer wieder ist Habib Omar Gast in den beiden erhabenen und prächtigen heiligen Bezirken von Mekka und Medina. Seit April 1982 hat Habib Omar regelmäßig den beiden heiligen Stätten einen Besuch abgestattet und die erhabene Gelegenheit, bei den dort ansässigen namhaften Gelehrten und Aufrufern zu Allah, Imam al-Habib Abdul-Qadir bin Ahmad al-Saqqaf, al-Habib Ahmad Mashur bin Tahir al-Haddad sowie al-Habib Abu Bakr al-Attas bin Abdullah al-Habshi zu studieren. Unter anderem von Sheikh Muhammad Yassin al-Fadani und dem hohen Gelehrten, dem Hadith-Referenten der beiden heiligen Stätten, dem edlen Abkömmling des Propheten (Allahs Friede und Segen seien auf ihm) Muhammad bin Alawi al-Maliki erhielt Habib Omar die Erlaubnis, selbst als Teil der Überliefererkette Hadithe zu erzählen und in anderen Wissensbereichen lehrend tätig zu sein.

Habib Omars Umzug nach Shihr

Im Jahr 1413 nach der Hidschra (1992) zog Habib Omar nach Shihr, einer Stadt in der Region Hadramaut, wo er in der nach dem Niedergang der kommunistischen Regierung wiedereröffneten Ribat-Schule für Islamstudien lehrte. Die geraume Zeit, die er in Shihr verbrachte, war erfüllt mit Unterricht und dem Aufruf der Menschen zu Allah. Viele Studenten aus verschiedensten Regionen des Jemen sowie aus Südostasien suchten bei Habib Omar Wissen zu erwerben. Vor seinem Umzug nach Shihr lebte er ca. eineinhalb Jahre im Sultanat Oman, wo er ebenfalls unermüdlich damit beschäftigt war, die Menschen zu Allah einzuladen und sie an den Weg des Propheten, Frieden und Segen seinen auf ihm, zu erinnern.

Habib Omars Umzug nach Tarim

Von Shihr zog Habib Omar zurück nach Tarim, seinem Geburtsort, wo er sich niederließ und begann, Studenten aus allen Regionen der Welt aufzunehmen und zu unterrichten. Im Jahr 1414 nach der Hidschra (1994) wurde das Dar al-Mustafa für traditionelle Islamstudien gegründet. Dar al-Mustafa verfolgt dabei bis heute folgende drei Ziele: zum Einen sollen Studenten dort die Wissenschaften des Heiligen Gesetzes und damit verbundener Wissenschaften erlernen, und zwar von Gelehrten, deren eigenes Wissen aus ununterbrochenen Überliefererketten stammt. Zum Zweiten sollen die menschliche Seele Reinigung und der menschliche Charakter Veredelung erfahren. Das dritte Ziel umfasst die komplexe Vermittlung nutzbringenden Wissens sowie die Einladung zu Allah, dem Allmächtigen und Majestätischen. Am 29. Dhul-Hidscha 1417 AH, was dem 6. Mai 1997 entspricht, wurde das Dar al-Mustafa offiziell eröffnet. Bis heute strömen Studenten aus aller Welt in Scharen nach Tarim. Absolventen des Dar al-Mustafa haben in vielen Ländern mittlerweile selbst zahlreiche Unterrichts- und Begegnungszentren mit dem Zweck, die Menschen zu Allah einzuladen, eröffnet.

Habib Omar ist intensiv darum bemüht, das religiöse Bewusstsein in Tarim zu fördern, weshalb er diesbezüglich regelmäßige Veranstaltungen und Treffen initiiert hat, von denen die wichtigste wohl, die auf dem Stadtplatz von Tarim und in der Anwesenheit Hunderter von Einwohnern der Stadt wöchentlich stattfindende Montagsversammlung ist. Mit dem Ziel, die Menschen zu Allah aufzurufen und auf den Weg des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zu führen, stattete Habib Omar bereits sämtlichen Regionen des Jemen häufige Besuche ab und hielt an jemenitischen Universitäten, Instituten und vor vielen Organisationen zahlreiche Vorlesungen.

Habib Omars Reisen

Mit dem Ziel, die Menschen zu Allah zu rufen und auf der Welt das Wissen über das Heilige Gesetz (Scharia) zu verbreiten, unternahm Habib Omar bereits zahlreiche Reisen, so z.B. nach Syrien, in den Libanon, nach Australien, Großbritannien, nach Ägypten, in den Sudan, nach Indien, Pakistan, Indonesien, Malaysia, Singapur, Brunei, Sri Lanka, Kenia, Tansania, auf die Komoren und in die Golfstaaten. Habib Omar gehört zu den Ketten der Hadith-Überliefer dieser Regionen und ist häufiger Gast auf internationalen Islamkonferenzen.

Habib Omars Schriften und Veröffentlichungen

Habib Omar publizierte zahlreiche Schriften, Audio- und Videoveröffentlichungen, zu denen u.a. folgende gehören: Beistand für jene, die das Wohlgefallen ihres Schöpfers erlangen wollen durch die Erklärung edlen Charakters (Is’af Talibi Rida al-Khallaq bi Bayan Makaram al-Akhlaq); Rechtleitung für Studenten (Tawjihat al-Tullab); Unser Charakter (Khuluquna), Die edle Erinnerung (Al-Dhakira al-Musharrafa); Zusammenfassung des prophetischen Beistandes: Ein Buch der Anrufung Allahs (Khuslasa al-Maddad al-Nabawi fil-Adhkar); Das flackernde Licht: In Erwähnung der Geburt des fürsprechenden Propheten (Al-Diya al-Lami’ fi Dhikr Mawlid al-Nabi al-Shafi’); Der reine Trunk in der Erwähnung des Weges des Mondes aller Monde (Al-Sharab al-Tuhur fi Dhikri Sirati Badri al-Budur); Der ewigwährende spirituelle Beistand: eine Sammlung von Predigten für das Freitagsgebet, das Gebet zur Sonnenfinsternis, das Gebet um Regen sowie die Eid-Gebete (Fayd al-Imdad); Eine Auswahl aus dem Shifa al-Saqim (Al-Mukhtar min Shifa al-Saqim); Die Veredlung des Predigers (Thaqafat al- Khatib); Das Licht des Glaubens in den Worten des Geliebten von Al-Rahman (Nur al-Iman min Kalam Habib al-Rahman); eine Sammlung von Gedichten; Unendliche Gewährung von gefallen durch die Gnade des Allgefallen-Erweisenden (Fa’idat al-mann min Rahamat Wahhab al-Minan).

Habib Omar war und ist regelmäßiger Gast in zahlreichen TV- und Radioproduktionen mit dem Ziel der (Wieder-)Erweckung des religiösen Bewusstseins und der steten Einladung der Menschen zu Allah. Auf zahlreichen Satellitenkanälen werden seine Unterrichte und Interviews übertragen. Habib Omar ist auch weiterhin als medialer Lehrer und Rufer zum Islam tätig und gibt sein Äußerstes in der Bewältigung dieser verantwortungsvollen Aufgabe. Möge Allah ihm Seine göttliche Gnade erweisen, ihm vergeben, ihm Seine Güte geben und seine Anstrengungen akzeptieren – und möge Er dies auch allen Muslimen gewähren.

Über Habib Omar
Habib Omar ist der Sohn (arab. „ibn“) von Muhammed ibn Salim ibn Hafiz ibn Abdallah ibn Abi Bakr ibn Aidarous ibn al-Hussain ibn al-Sheikh Abi Bakr ibn Salim ibn Abdallah ibn Abdurrahman ibn Abdallah ibn al-Sheikh Aburrahman al-Saqqaf ibn Muhammad Maula al-Dawiela ibn Ali ibn Alawi ibn al-Faqih al-Muqaddam Muhammed ibn Ali ibn Muhammad Sahib al-Mirbat ibn Ali Khali Qasam ibn Alawi ibn Muhammad ibn Alawi ibn Ubaidallah ibn al-Imam al-Muhajir illa-Allah Ahmad ibn Isa ibn Muhammed ibn Ali al-Uraidi ibn Jafar as-Sadiq ibn Muhammed al-Baqir ibn Ali Zain al-Abidin ibn al-Hussain (der Enkel des Propheten), dessen Vater wiederum Ali Ibn Abu Talib und dessen Mutter Fatima az-Zahra (möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein), die Tochter des Propheten, Segen und Frieden seien mit ihm und seiner Familie, sind.

Habib Omar wurde in Tarim, einer der ältesten Städte des Jemen, geboren. Die in der Region Hadramaut gelegene Stadt ist weit über ihre Grenzen hinaus für die Vielzahl an Islamge-lehrten und frommen Dienern Allahs bekannt, die sie über die Jahrhunderte hinweg hervorgebracht hat. Habib Omar wuchs in einer Familie heran, in der islamisches Gelehrtentum sowie beständige Aufrichtigkeit eine lange Tradition besitzen. Sein Vater ist kein Geringerer als der berühmte Märtyrer, Hochgelehrte und Prediger Muhammed bin Salim bin Hafiz bin Sheikh Abu Bakr bin Salim. Habib Omars Vater gehörte zu jenen Islamgelehrten, die ihr Leben ausschließlich der Verbreitung des Islam und der Lehre seiner heiligen Ge-setzgebung sowie aller anderen erhabenen Islamlehren widmeten. Auch Habib Omars Großväter al-Habib Salim bin Hafiz und al-Habib Hafiz bin Abdallah galten in den Gelehrten-kreisen ihrer Zeit als hochangesehene Männer des Wissens. Allah schuf für al-Habib Omar die besten Voraussetzungen, sowohl was seine Verbindung zu den kenntnisreichsten Gelehrten des Islam und die aufrichtige Frömmigkeit innerhalb seiner eigenen Familie, als auch die Umgebung und Gesellschaft, in der er heranwachsen durfte, betrifft.

Bereits in frühester Kindheit lernte Habib Omar den Koran sowie die Kerntexte der islamischen Rechtswissenschaft, der Überlieferungen des Propheten, der arabischen Sprache und anderer religionswissenschaftlicher Bereiche auswendig, wobei er den Wissenszirkeln um traditionelle Gelehrte wie Muhammad bin Alawi bin Shihab und al-Sheikh Fadl Ba Fadl angehörte, die als Lehrer an der berühmten Ribat-Schule in Tarim tätig waren. Natürlich widmete sich Habib Omar neben dem Studium der eben genannten Bereiche auch der Vertiefung seiner Kenntnisse der Wissenschaft der Spiritualität, die ihm sein Vater, der Märtyrer al-Habib Muhammad bin Salim, nahe gebracht hatte und aus denen eine tiefe Liebe und Verbundenheit für die Da’wa-Arbeit (dem Einladen zum Islam) und für das Engagement für religiöse Ratschläge auf dem Wege zu Allah resultierte. Al-Habib Omars Vater widmete seinem jungen Sohn viel Aufmerksamkeit und Omar verbrachte an der Seite seines Vaters viel Zeit in Zirkeln des Wissens und des Gedenkens an Allah, des Dhikr. Traurigerweise musste Habib Omar nach einem Freitagsgebet, das er wie immer an der Seite des Vaters erlebt hatte, Zeuge werden, wie sein Vater von kommunistischen Truppen entführt wurde. Einzig der Schal des Vaters war es, mit dem der kleine Omar an diesem Tag nach Hause zurückkehrte. Den geliebten Vater selbst sah er nie wieder – möge Allah ihm gnädig sein. Sehr schnell begriff Habib Omar, dass es von nun an in seiner Verantwortung lag, die von seinem Vater bereits begonnene Arbeit auf dem Gebiet der Da’wa weiter fortzuführen. Der Schal, den der Vater seinem jüngsten Sohn zum Abschied gegeben hatte, wurde nun zu einem hoch erhobenen Banner auf der beschwerlichen Reise, auf die der junge Habib sich begeben wollte und die er energischen Schrittes antrat: die ständige Ermahnung und der stete Aufruf der Menschen zum Islam sowie der Organisation von islamischen Versammlungen und der allgemeinen Da’wa-Arbeit. Die unermüdlichen Bestrebungen, die Arbeit seines Vaters fortzusetzen, begannen bald Früchte zu tragen: in Moscheen wurde Unterricht erteilt, durch den Jung und Alt die Möglichkeit erhielten, den Koran auswendig zu lernen und sich Kenntnisse in den traditionellen Wissenschaften des Islam anzueignen. Habib Omar hatte das Heilige Buch in der Tat verstanden! Immer deutlicher trat zu Tage, dass Allah, der Erhabene, Habib Omar trotz seines jugendlichen Alters etwas Besonderes gegeben hatte. Als diese Tatsache zunehmend bekannter wurde, begann man sich um die Sicherheit des Jungen zu sorgen, weshalb er in die im Nordjemen liegende Stadt al-Bayda gesandt wurde, weit weg von all jenen, die dem jungen Habib hätten Schaden zufügen wollen oder können.

Die Entsendung nach al-Bayda bedeutete eine weitere wichtige Phase in der Entwicklung des jungen Habib. Er wurde in die Ribat-Schule von al-Bayda aufgenommen und begann dort unter Anleitung des großen Gelehrten al-Habib Muhammad bin Abdallah al-Haddar, möge Allah ihm gnädig sein, sowie unter dem schafi’itischen Juristen und Gelehrten al-Habib Zain bin Sumait, möge Allah ihn schützen, ein Studium der traditionellen islamischen Wissenschaften. Kurze Zeit später wurde er selbst zum Lehrer ernannt. Neben dieser Tätigkeit widmete er sich auch weiterhin der aufreibenden Da’wa-Arbeit, die er in al-Bayda und den angrenzenden Nachbarstädten und Dörfern verrichtete. Kein Stein blieb auf dem anderen in seinem Bestreben, die Liebe zu Allah und Seinem Propheten in den Herzen der Menschen wiederzubeleben. Seminare und Klassen wurden eingerichtet, Vorträge wurden gehalten, die Menschen wurden beraten. Die Arbeit des Habib, die ihn nur zu wenig Schlaf und Ruhe kommen ließ, begann auf all jene, die in Kontakt damit kamen, eine große Wirkung zu zeigen: vor allem Jugendliche, die vorher ein inhaltsloses, seichtes Leben gelebt hatten, erfuhren jetzt einen innerlichen Umbruch und erlebten Veränderungen, die sich beispielsweise darin manifestierten, dass sie nun um den Sinn des Lebens wussten, stolz auf ihre neu ge-fundene islamische Identität waren, begannen, islamische Kleidung zu tragen und ihre Aufmerksamkeit gänzlich auf die Aneignung der noblen Charakterzüge des Propheten zu richten. Eine größere Gruppe jener, die Habib Omar beeinflusst hatte, begann sich um ihn zu sammeln und ihn in seinen Bemühungen sowie in seinen Lehrbestrebungen in vielen ver-schiedenen Städten und Dörfern im Nordjemen zu unterstützen. Habib Omar besuchte während dieser Zeit zahlreiche von al-Bayda benachbarte Städte und Gemeinden. In Ta’iz im Norden des Jemen war es seine Absicht, vom dortigen Mufti al-Habib Ibrahim bin Aqil bin Yahya zu lernen. Der Mufti nahm den jungen Habib wohlwollend auf und brachte im viel Liebe und Aufmerksamkeit entgegen, die er in gleichem Maße auch von seinem Sheikh al-Habib Muhammad al-Haddar erfuhr. Die Wertschätzung des Scheichs ging sogar soweit, dass er, nachdem er an Habib Omar die edlen Eigenschaften der Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit und Intelligenz erkannt hatte, ihm die Hand seiner Tochter zur Ehe reichte.

Bald darauf machte sich Habib Omar auf die beschwerliche Reise gen Mekka, um die vorgeschriebene Wallfahrt zu verrichten und dann in Medina den Propheten zu besuchen. Während einer Reise in den Hijaz hatte er die gesegnete Möglichkeit zur Lektüre mehrerer Bücher der prominentesten Gelehrten dieser Gegend, darunter besonders erwähnenswert al-Habib Abdul Qadir bin Ahmad al-Saqqaf, der von Habib Omars jugendlichem, von der Liebe zu Allah und seinem Gesandten erfüllten Elan sowie der vollkommenen Selbstaufgabe in der Verbreitung des Wissens über wahre Aufrichtigkeit unter den Menschen derart überwältigt war, dass sein Herz in tiefe Liebe für Habib Omar entbrannte. Habib Omar wurde auch durch die Tatsache gesegnet, von zwei der größten Säulen an Aufrichtigkeit im Hijaz, nämlich al-Habib Ahmad Mashur al-Haddad und al-Habib Attas al-Habshi, Wissen und Rechtleitung erfahren zu dürfen.

Seine unermüdlichen Bemühungen um die Da’wa und die Wiederbelebung der auf der islamischen Tradition beruhenden Textlehre führten dazu, dass der Name von Habib Omar bald landauf landab in aller Munde war. Die Popularität, die Habib Omar in der breiten Öffentlichkeit genoss, hielt ihn jedoch nicht davon ab, sich weiter seinen akademischen Bestrebungen zu widmen. Vielmehr eröffneten seine immer größer werdende Bekannt- und Beliebtheit ihm einen einfachen Weg, die kränkelnden Herzen der Menschen zu erreichen. Für Habib Omar gab es keinen Moment des Müßiggangs. Jeder einzelne Augenblick, jede Situation, jede Örtlichkeit wurde genutzt und mit dem Gedenken an Allah erfüllt. Habib Omars offengetragene Sorge um die spirituelle Entwicklung insbesondere derjenigen in seinem Umfeld wurde zu einem seiner charakteristischsten Wesenszüge und sorgte dafür, dass sein Name in der ganzen Welt bekannt wurde.

Im Oman erfuhr Habib Omar eine weitere wichtige Phase in seiner Entwicklung. Der Einladung einer Gruppe omanischer Muslime folgend, die ein tiefes Bedürfnis nach Erleuchtung und Erkenntnis durch den Habib verspürt hatten, verließ er das Land seiner Geburt für mehrere, aufeinanderfolgende Jahre.

Die Saat der Gelehrsamkeit und Frömmigkeit wurde nicht nur im Oman gesät, sondern stieß auch im östlichen Jemen, und zwar in Shihr, der ersten Station seiner Heimkehr in den Hadramaut, auf fruchtbaren Boden. Es war in dieser Stadt, in der Habib Omars Lehren sich zur Manifestation einer eigenen islamischen Institution, nämlich der Ribat al-Mustafa, herauskristallisieren sollte, die dann letztendlich in der Gründung des Institutes Dar al-Mustafa in Tarim resultierte. Die Gründung dieser Schule bedeutete einen weiteren Umbruch im Le-ben Habib Omars und stellt die finale Vereinigung der theoretischen Aspekte seiner unermüdlichen Arbeit mit der Verkündung greifbarer, d.h. praktischer Wahrheit in Form der Lehren des Propheten dar.

Die Rückkehr nach Tarim kann als Metamorphose all jener Jahre bezeichnet werden, die Habib Omar mit Lernen, Lehren sowie mit der spirituellen Entwicklung Anderer bezüglich der Verbreitung und des Rufes zum Islam und der Ermahnung zu Gutem und zum Verwerfen von Schlechtem verbracht hatte. Dar al-Mustafa wurde zu Habib Omars persönlichem Geschenk an die Welt – und die Welt wurde ins Dar al-Mustafa geladen. In vergleichsweise kurzer Zeit konnten die Menschen in Tarim Zeuge werden, wie Studenten aus Ländern hier zusammen kamen, die von einer unter kommunistischer Herrschaft nahezu in Vergessenheit geratenen Stadt nicht weiter hätten entfernt sein können. Unter dem wachsamen Auge Habib Omars kamen und kommen Studenten u.a. Ägypten, Großbritannien, Pakistan, den USA, Kanada, aus Indonesien, Malaysia, von den Komoren, aus Tansania, Kenia und vielen arabischen Staaten, um in Tarim islamisches Wissen zu erwerben. Jeder einzelne Student wird dazu ausgebildet, am Prozess um die Wiederbelebung des traditionellen Islam im 15. Jahrhundert nach der Hidschra (Auswanderung) aktiv teilzunehmen. Die Gründung ähnlicher islamischer Institutionen im Jemen und anderswo auf der Welt unter der Leitung von Habib Omar wären ein großartiger Antrieb für die Verbreitung des heiligsten Wissens und der Regeln des guten Verhaltens und Umgangs der Menschen mit- und untereinander. Nicht zu unterschätzen wäre dabei auch ihre Funktion als reichhaltiger Quell an Möglichkeiten, den sie der Menschheit bieten und denen sie ohne diese ansonsten beraubt bleiben würden.

Habib Omar lebt derzeit in Tarim, wo er die Aktivitäten und die weitere Entwicklung des Dar al-Mustafa und der vielen Schulen koordiniert, die unter seiner Schirmherrschaft entstanden sind. Noch immer hat Habib Omar eine tragende Rolle im Werben für den Islam inne, was darin resultiert, dass er die meiste Zeit des Jahres auf Reisen verbringt, um der Welt den Islam nahe zu bringen.